Wenn die Zeitungen über die AfD berichten, dann zumeist nicht grade positiv. Eine Vorstellung der Kandidaten, wie bei anderen Parteien üblich, fehlt völlig- außer bei Bewerbern für das Amt des Bürgermeisters. Jetzt reagiert der KV-Vorsitzende mit einer Beschwerde an die „HIAZ“.
Mario Minkmar äußert sein Befremden darüber, dass im Artikel über dessen Heimatort Bad Salzdetfurth Positionen von SPD, CDU, Grünen sowie der Wählergemeinschaft WuBS vorgestellt werden, aber die Alternative für Deutschland (AfD) im gesamten Beitrag mit keinem einzigen Wort erwähnt wird. Diese Auslassung sei keiner Weise nachvollziehbar, da der Redaktion zweifellos bekannt wäre, dass die AfD in Bad Salzdetfurth mit insgesamt fünf Kandidaten für den Stadtrat antreten wird.
In der Informationsbox am Ende Ihres Artikels rechtfertige die „Hildesheimer Zeitung“ ihre Auswahl damit, dass aufgrund der Vielzahl an Gruppierungen nur die „größeren von ihnen“ nach ihren aktuellen Positionen befragt worden seien. Demnach wäre wohl die FDP, die lediglich mit zwei Kandidaten antritt, ein große Partei, während eine Partei mit fünf Kandidaten und einem landes- sowie bundesweiten Wählerpotenzial, das weit über dem der genannten Partei liegt, vollständig ignoriert würde.
Ein solches Vorgehen widerspricht dem journalistischen Anspruch auf Ausgewogenheit und umfassende Information. Die Wählerinnen und Wähler wie im Beispiel Bad Salzdetfurth haben ein Recht darauf, sich vor der Wahl ein vollständiges Bild über alle relevanten politischen Alternativen machen zu können. Durch das bewusste Weglassen der AfD wird den Lesern der HIAZ dieses vollständige Bild vorenthalten. Herr Minkmar fordert mit seiner Beschwerde die Zeitung auf, Ihrem journalistischen Informationsauftrag gerecht zu werden und diese Lücke in Ihrer Berichterstattung zeitnah zu schließen. Es wäre ein Gebot der Fairness, die Positionen der AfD zu den von Ihnen aufgeworfenen Schwerpunktthemen in einem ergänzenden Beitrag darzustellen.
Aber auch die „Leine – Deister – Zeitung“ oder die „Alfelder Zeitung“ stehen in der Berichterstattung der „HIAZ“ in keiner Weise nach. Kandidaten für die kommunalen Vertretungen werden von allen Parteien vorgestellt. Eine Vorstellung der AfD – Kandidaten sucht die Leserin oder der Leser vergeblich. Auch wenn Redakteure der genannten Blätter im Landkreis ab und zu das Gespräch suchen und um Stellungnahmen bitten, werden die Antworten so in ihrer Aussage verfälscht, dass diese mit dem ursprünglichen Sinn der Antwort nicht mehr viel zu tun haben. Das entspricht nicht den vom Deutschen Presserat festgelegten ethischen Richtlinien, dass Nachrichten wahrheitsgetreu und ohne Verzerrung durch persönliche Meinungen vermittelt werden müssen.




