Rettungswesen – Julidaten liegen vor
gepostet am 10.09.2026
Telegram
Facebook
Whatsapp
Twitter
Email
Messenger

Die von Landrat Lynack und der „Mehrheitsgruppe“ im Hildesheimer Kreistag durchgeboxte Reform des Rettungswesens brachte eine nochmalige Verschlechterung der Einsatzzeiten – besonders im Brennpunkt Holle

Die gegen den Widerstand der Fraktionen der CDU und der AfD sowie der „AG Rettungswesen“ am 01.07.26 in Kraft getretene Reform des Hildesheimer Rettungsdienstbedarfplans ist seit gut 2 Monaten in Kraft. Nun wurden auf Druck der CDU und der AfD vom Landrat Lynack erste Zahlen offengelegt, die eine nochmalige Verschlechterung für Holle offenbarte:

  • Facebook
  • Twitter
Veröffentlichte Juli – Daten

Das veranlasste die Gemeinde Holle, die durch den Wegfall der vorübergehenden Stationierung eines Rettungswagens in Sottrum massiv leidet, zu der Überlegung, selbst eine Rettungswache zu bauen. Diese Gedanken sind dort noch immer das zentrale Thema im Kommunalwahlkampf.

Die von Landrat Lynack geführte Verwaltung verweigerte eine weitere Offenlegung von ortsspezifischen Zahlen. Die Kritiker werfen der Verwaltung vor, die schlechten Zahlen z.B. für Bockenem, Elze, Diekholzen und anderen Orten im Landkreis bewusst zurückzuhalten, um das Ausmaß der Probleme durch den neuen Rettungsdienstbedarfsplan , bei dem u.a. 30 Mehrzweckfahrzeuge (MZF) auf 18 Rettungswagen (RTW), 8 Notfallkrankenwagen (NKTW) und 8 Krankentransportwagen (KTW), 1 Fahrzeug kam neu dazu, mit entsprechenden Personalproblemen umgestellt wurden, nicht sofort komplett offenlegen zu müssen. Die „AG Rettungswesen“ veröffentlichte aber eine breitere Übersicht der Juli – Zahlen im Vergleich zum Juni und äußert in ihrer Stellungnahme ihr Unverständnis, dass keine Sondersitzung des zuständigen Kreisausschusses zur Situation des Rettungsdienstes stattfinden wird.

Im Hinblick auf die Kommunalwahl am kommenden Sonntag wären seitens des AfD – Kreisverbandes speziell die Veröffentlichung von Zahlen für Lamspringe und Bockenem interessant, da dort mit Steffen Metzger und Felix Mull Bürgermeisterkandidaten der AfD aufgestellt sind. Aber auch die signifikante Verschlechterung in Algermissen ist auffällig. Anna-Lena und Friedrich Gronstedt sowie Hagen Dierks, die Kandidaten der AfD für den Gemeinderat Algermissen, kommentierten die Algermisser Zahlen:

„Die aktuellen Zahlen zum Rettungswesen und insbesondere die Entwicklung in Algermissen bereiten uns große Sorge. Wenn Hilfsfristen nicht eingehalten werden können, geht es nicht um irgendeine Statistik, sondern im Ernstfall um Gesundheit und Menschenleben.

Für uns als Kandidaten für den Gemeinderat Algermissen ist deshalb klar: Die Sicherheit und medizinische Versorgung unserer Bürger müssen höchste Priorität haben. Probleme dürfen nicht schöngeredet werden. Ursachen müssen transparent aufgearbeitet und notwendige Verbesserungen konsequent umgesetzt werden.

Gerade im ländlichen Raum müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass im Notfall schnell Hilfe kommt. Dafür werden wir uns auch auf kommunaler Ebene einsetzen.“

Fakt ist, dass in 14 von 20 Kommunen im Landkreis Hildesheim die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von 15 Minuten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens nicht eingehalten werden konnte. Es gab wie in der Gemeinde Freden (von gut 60% auf knapp 70%) zwar auch Verbesserungen, aber die geforderte gesetzliche Marke wurde trotzdem nicht erreicht. Hier eine Übersicht der Zahlen bis März dieses Jahres:

  • Facebook
  • Twitter
Stand vor der Reform

Weitere Zahlen sollen erst im Oktober folgen – nach der Kommunalwahl in Niedersachsen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Scheinbar will Noch – Landrat Lynack Zeit gewinnen und die „schwarze Katze“ erst aus dem Sack lassen, wenn die Kommunalwahl vorüber ist.

Der parteilose Kandidat für das Amt des Landrates, Richter Christopher Gedeon, der von der CDU aufgestellt und von den „Unabhängigen“ und der AfD unterstützt wird, berichtete in seiner Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Dienstag in Hüddesum von einem Todesfall in Hildesheim, bei dem kein Rettungsfahrzeug vor Ort verfügbar gewesen sei und ein Fahrzeug aus der Rettungswache Sehlem anfahren musste. Er stellte dabei die Frage in den Raum, ob die dadurch entstandene längere Anfahrtszeit für den Ausgang des Einsatzes eine Rolle gespielt haben könnte. Dass Fahrzeuge aus Sehlem oder anderen Außenbereichen lange Anfahrtswege in den Norden oder ins Zentrum des Landkreises haben, ist mathematische Realität. Kritiker und Opposition warnen im Wahlkampf exakt vor diesem Szenario: Wenn jede Sekunde zählt (z. B. bei einem Herzstillstand), kann eine solche Fehlplanung theoretisch tödlich enden. Richter Gedeon hat den Rettungsdienst zu einem seiner zentralen Wahlkampfhemen gemacht und angekündigt, die Reform bei einem Wahlsieg zur „Chefsache“ zu machen, um die Hilfsfristen wieder zu garantieren.

Dieses Thema geht jede Bürgerin und jeden Bürger direkt an. Dass Landrat Lynack Zahlen zu diesem Thema zurückhält, um scheinbar davon im Kommunalwahlkampf einen Vorteil zu generieren, hat einen ganz faden Nebengeschmack. Wir bleiben natürlich an diesem Thema dran.

Ältere Berichte zum Thema „Rettungswesen im Landkreis Hildesheim“ finden sie hier .

Diese Artikel könnten für sie auch interessant sein…

Diesen Beitrag teilen.

Teile jetzt diesen Artikel ganz bequem mit Freunden, Bekannten und unterstütze so die AfD beim politischen Wandel - herzlichen Dank!