Die von Landrat Lynack und der „Mehrheitsgruppe“ im Hildesheimer Kreistag durchgeboxte Reform des Rettungswesens brachte eine nochmalige Verschlechterung der Einsatzzeiten – besonders im Brennpunkt Holle
Die gegen den Widerstand der Fraktionen der CDU und der AfD sowie der „AG Rettungswesen“ am 01.07.26 in Kraft getretene Reform des Hildesheimer Rettungsdienstbedarfplanes ist seit gut 2 Monaten in Kraft. Nun wurden auf Druck der CDU und der AfD vom Landrat Lynack erste Zahlen offengelegt, die eine nochmalige Verschlechterung für Holle offenbarte:
Das veranlasste die Gemeinde Holle, die durch den Wegfall der vorübergehenden Stationierung eines Rettungswagens in Sottrum massiv leidet, zu der Überlegung, selbst eine Rettungswache zu bauen. Diese Gedanken sind dort noch immer das zentrale Thema im Kommunalwahlkampf.
Die von Landrat Lynack geführte Verwaltung verweigerte eine weitere Offenlegung von ortsspezifischen Zahlen. Die Kritiker werfen der Verwaltung vor, die schlechten Zahlen z.B. für Bockenem, Elze, Diekholzen und anderen Orten im Landkreis bewusst zurückzuhalten, um das Ausmaß der Probleme durch den neuen Rettungsdienstbedarfsplan (bei dem 12 von 30 Rettungswagen abgezogen wurden) nicht sofort komplett offenlegen zu müssen. Die „AG Rettungswesen“ veröffentlichte aber eine breitere Übersicht der Juli – Zahlen im Vergleich zum Juni und äußert in ihrer Stellungnahme ihr Unverständnis, dass keine Sondersitzung des zuständigen Kreisausschusses zur Situation des Rettungsdienstes stattfinden soll.
Im Hinblick auf die Kommunalwahl am kommenden Sonntag wären seitens des AfD – Kreisverbandes speziell die Veröffentlchung von Zahlen für Lamspringe und Bockenem interessant, da dort mit Steffen Metzger und Felix Mull Bürgermeisterkandidaten der AfD aufgestellt sind. Aber auch die signifikante Verschlechterung in Algermissen ist auffällig.
Fakt ist, dass in 14 von 20 Kommunen im Landkreis Hildesheim die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von 15 Minuten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens nicht eingehalten werden konnte. Es gab zwar auch Verbesserungen, aber die geforderte gesetzliche Marke wurde trotzdem nicht erreicht. Hier eine Übersicht der Zahlen bis zu März diesen Jahres:
Weitere Zahlen sollen erst im Oktober folgen – nach der Kommunalwahl in Niedersachsen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Scheinbar will Noch – Landrat Lynack Zeit gewinnen und die „schwarze Katze“ erst aus dem Sack lassen, wenn diese vorüber ist.
Der unabhängige Kandidat für das Amt des Landrates, Richter Christopher Gedeon, der von CDU und AfD unterstützt wird, berichtete in seiner Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Dienstag in Hüddesum von einem Todesfall in Hildesheim, bei dem kein Rettungsfahrzeug vor Ort verfügbar gewesen sei und ein Fahrzeug aus der Rettungswache Sehlem anfahren musste. Er stellte dabei die Frage in den Raum, ob die dadurch entstandene längere Anfahrtszeit für den Ausgang des Einsatzes eine Rolle gespielt haben könnte. Dass Fahrzeuge aus Sehlem oder anderen Außenbereichen lange Anfahrtswege in den Norden oder ins Zentrum des Landkreises haben, ist mathematische Realität. Kritiker und Opposition warnen im Wahlkampf exakt vor diesem Szenario: Wenn jede Sekunde zählt (z. B. bei einem Herzstillstand), kann eine solche Fehlplanung theoretisch tödlich enden. Richter Gedeon hat den Rettungsdienst zu einem seiner zentralen Wahlkampfhemen gemacht und angekündigt, die Reform bei einem Wahlsieg zur „Chefsache“ zu machen, um die Hilfsfristen wieder zu garantieren.
Dieses Thema geht jede Bürgerin und jeden Bürger direkt an. Dass Landrat Lynack Zahlen zu diesem Thema zurückhält, um scheinbar davon im Kommunalwahlkampf einen Vorteil zu generieren, hat einen ganz faden Nebengeschmack. Wir bleiben natürlich an diesem Thema dran.
Ältere Berichte zum Thema Rettungswesen im Landkreis Hildesheim finden sie über hier .




